Beim Öffnen einen Website richtet der Betrachter sein Augenmerk als erstes auf die Bilder, anschließend auf die Schrift. Die richtige Typen-Wahl ist damit entscheidend für den Erfolg einer Internetseite. Die Schrift muss gut lesbar sein und dazu noch optisch zum Gesamt-Design passen. Die Möglichkeiten sind unüberschaubar groß!
Allein die Auswahl von GoogleFont ist immens: Fällt die Wahl auf eine moderne, minimalistische Schrift, oder auf eine alte oder handgeschriebene? Welche Farbe passt am besten und harmonieren die ausgesuchten Schriftarten überhaupt miteinander?
Führte der Gestaltungsprozess schließlich zu einer Schriftart, stellt sich die Frage nach dem Format! Viele Font-Familien bieten ein ganzes Paket verschiedener Stile an. So erscheint ARIAL in den Variationen Regular, Narrow, Bold und z. B. Rounded. Im folgenden Beitrag beschreiben wir einige Tools, die unsere Typen-Wahl erleichtern.
Typegenius

Layouter verbringen viel Zeit mit der Suche nach passenden Schriftkombinationen, oft mehr als Ihnen lieb ist. Eine Lösung für dieses Problem fand die Grafikdesignerin Waveney Hudlin: Im Rahmen eines selbst initiierten Produkt-Wettbewerbs veröffentlichte sie gemeinsam mit dem Entwickler Ruben Pierre-Antoine das Browser-Tool „TypeGenius“.
Aus einer Palette von Schriftarten wählen Nutzer passende Typen aus oder finden leicht eine Auswahl per Suchfunktion. Anschließend öffnet das Programm ein neues Fenster, in dem eine weitere Übersicht passender Fonts erscheint. Der Nutzer kann nun die Text-Darstellung nach Belieben verändern, um so ein anschauliches Beispiel für seine spätere Arbeiten zu erhalten. Leider fehlen derzeit noch wichtige Schriftarten wie „Arial“, „Lobster“ oder beispielsweise „Lato“. Die Entwickler sind jedoch bemüht, das Kontingent stetig zu erweitern.
Typ.io

Ähnlich wie TypeGenius arbeitet die Internetseite „Typ.io“. Mit ihrem Slogan „Fonts that go together“ bringen die Entwickler den Nutzen dieser Seite auf den Punkt: Der Anwender erhält für seine Schriftkombinationen Rückmeldung von der Community! User stellen ihre Lettern per Screenshot ins Netz und warten auf die Likes der anderen. So nutzen sie ein kreatives Schriftarten-Kollektiv und müssen die Entscheidung zur Schriftwahl nicht mehr alleine treffen.
Ein weiterer Vorteil gegenüber TypeGenius ist die Menge der vorgeschlagenen Kombinationen: Derzeit befinden sich 1176 Vorschläge (Stand 09.12.2014) auf der Webseite. Typ.io bietet ferner eine Suchfunktion in sogenannten Font-Librarys. Das bekannteste Beispiel ist „Google Web Fonts“. Sobald man diese Kategorie auswählt, stellt die Anwendung ausschließlich Schriftkombinationen von Google Web Fonts vor.
TypeWonder

Die Entscheidung für eine Schrift ist gefallen! Um zur Ansicht auf der Website zu gelangen, beginnt nun ein umständlicher Prozess: Schriftart downloaden, installieren und auf der Website anwenden. Leichter geht´s mit dem Browser-Tool TypeWonder: Einfach den Internetauftritt des Tools öffnen, die gewünschte Internetseite aufrufen und die Schriftart wählen. Das Tool kombiniert nun die Internetseite mit der Schriftart und zeigt diese zusammen an. TypeWonder setzt allerdings voraus, dass eine Site bereits besteht. Ideal ist die Anwendung also für diejenigen Nutzer, die bereits eine Internetseite erstellt haben, aber mit der Schriftart unzufrieden sind.
Typesetwith.me

Sehr nützlich, diese Sandbox-Oberfläche!Typesetwith.me bietet dem Nutzer die Möglichkeit, Textformatierungen online und in Echtzeit anzupassen. Die Umgestaltung erfolgt auf nativem Wege und umfasst folgende Punkte: Die Schriftart, die Schriftgröße, Breite und Höhe der Textbox sowie die Farbsättigung. Mithilfe virtueller Schieberegler verändern Anwender die Darstellung und vergleichen anschaulich das Erscheinungsbild und die Lesbarkeit des Textes. Für Webdesigner spielt die Typographie eine sehr wichtige Rolle, denn ein gut formulierter Text sollte nicht durch falsche Formatierung oder Schrift-Type in den Hintergrund geraten.
Typecast

Passend zu Typesetwith.me bietet Typecasteine ähnliche Sandbox-Oberfläche und Funktionen an. Zwei Vorteile maximieren jedoch den Nutzen: Erstens können alle Schriften aus den Font-Librarys Typekit,Fontdeck, Fonts.com und Google Web Fontsdurchsucht werden. Zweitens lassen sich die gewählten Formatierungswünsche direkt als HTML-/CSS-Code ausgeben. Das erspart Grafikdesignern eine Menge Arbeit und hilft dabei, mit ein paar Klicks die perfekten Schriftkombinationen mit den dazugehörigen Formatierungen zu finden und direkt auszugeben. Ein eingeloggter User kann diverse Projekte anlegen und immer wieder aufrufen. Derzeit verfügt Typecast über ein Font-Repertoire von 23.000 Fonts!
Einen kleinen Haken hat dieses Tool, denn es kostet Geld. Mit 29 Dollar pro Monat ist es auch nicht gerade preiswert, aber im Anbetracht der Funktionen sicherlich das Geld wert. Für die Sparfüchse gibt es eine kostenfreie, zweiwöchige Testphase.
Extra: Redacted Font

Redacted Font verdient bei uns einen kleinen Extra-Text. Wer kennt sie nicht, die nervigen Lorem-Ipsum-Texte auf Website-Entwürfen. Vor allem im Anfangsprozess möchten Webdesigner Schriftarten und -farben zunächst ignorieren. An diesem Punkt kommt die Schriftart Redacted ins Spiel: Im Wireframing-Prozess eines Webseiten-Entwurfes deutet der Webdesigner hiermit Schrift lediglich an. Dafür bietet Redacted Font zwei unterschiedliche Schriftarten: Redacted Regular als schlichten, schwarzen Balken, und Script in Form einer Handschrift. Beide sind verfügbar in den Schriftschnitten Bold und Light.