Sieben Tipps für gute Auto-Fotos zum Gebrauchtwagen verkaufen

Bei Inseraten auf Onlinebörsen zählt der erste optische Eindruck. Das gilt auch beim Autoverkauf. Wer hier an guten Fotos spart, bekommt oft weniger Aufmerksamkeit. Aber wie können Amateure aussagekräftige Fotos von ihrem Gebrauchtwagen machen?

Wischen, klicken, schieben: Ob auf dem Smartphone, Tablet oder am PC, wer ein gebrauchtes Auto online sucht, achtet zuerst auf die Fotos. Nur wenn die Bilder aussagekräftig und scharf sind, zieht das Inserat den User in die technischen Daten. „Für die Nutzer sind Fotos ein sehr wichtiges Entscheidungskriterium“, sagt Christan Maas vom Online-Fahrzeugmarkt mobile.de. „Die Fotos sollten dem potenziellen Käufer einen guten Überblick ermöglichen und aussagekräftig sein.“

Auch Marit-Andrea Meineke von der Gebrauchtwagenbörse autoscout24.de hält gute Fotos für verkaufsfördernd. „Wer Fotos seines Fahrzeugs online stellt, erhöht die Anzahl der Fahrzeugbesichtigungen um den Faktor fünf. Zusätzlich erhalten bebilderte Anzeigen 67 Prozent mehr Anfragen potenzieller Käufer als Anzeigen ohne Bild“, sagt sie.

Dafür gibt es mehrere Gründe: „Fotos machen ein Angebot transparent und emotionalisieren es. Bilder schaffen Sicherheit bei potenziellen Käufern und erhöhen so die Nachfrage nach dem Fahrzeug“, sagt Meineke. Und wenn sich mehr potenzielle Kunden für das Auto interessieren, steigt wahrscheinlich auch der Verkaufspreis.

Ansgar Klein vom Bundesverband freier Kfz-Händler (BVfK) sagt: „Selbst professionelle Autoaufkäufer, deren Blick aufs Wesentliche geschärft ist, können sich der Wirkung guter Bilder nicht entziehen.“ Aber wie fertigen Amateure gute Fotos vom Auto an? Sieben Tipps:

1. Vorbereitung

Bevor der Besitzer sein Auto fotografiert, sollte er es gründlich reinigen und im Innenraum aufräumen. „Ein polierter Lack, saubere Felgen und Reifen sowie ein gepflegter Innenraum erhöhen die Verkaufschancen deutlich und ermöglichen mitunter einen höheren Verkaufspreis“, sagt Maas.

Für das Foto gilt: Ein eingeschaltetes Radio oder Navi kann den Innenraum beleben. In eine Richtung gerade eingestellte Lüftungsdüsen- oder Schlitze beruhigen die Optik. Befinden sich Kopfstützen und Rückenlehnen auf einer Höhe, wirkt der Innenraum aufgeräumt.

2. Perspektiven

Als Kamera reichen mittlerweile schon aktuelle Smartphones. „Weitwinkel verzerren das Bild, eine normale Brennweite liefert meist das beste Ergebnis“, sagt der professionelle Automobil- und Segel-Fotograf Andreas Lindlahr aus Hamburg.

Klein rät, die Fotos nicht schräg von oben, sondern weit tiefer, aus der Perspektive eines Kindes zu schießen, formatfüllend mit möglichst wenig Umgebung. Auch Lindlahr empfiehlt einen Standort, der etwas niedriger als Augenhöhe liegt, 45 Grad schräg von vorne und hinten.

Um das Auto vollständig zu zeigen, fotografiert man es am besten von allen Seiten und aus mehreren Perspektiven. Aus Gründen des Datenschutzes rät Maas Verkäufern, das Nummernschild unkenntlich zu machen. Entweder durch abdecken mit Pappe oder einem Lappen, Demontage oder durch nachträgliches Retuschieren am Computer.

Zum Fotografieren der Schrägansichten empfiehlt Lindlahr, die Felgen leicht in Richtung des Fotografen zu drehen – so entsteht ein dynamischer Eindruck. Bei Frontal-, Seiten- und Heckansichtsfotos sollten die Reifen hingegen gerade stehen. Motor und Kofferraum fotografiert man am besten mit Blitz. Spezielle Sonderausstattungen können die Verkäufer zusätzlich ablichten.

3. Macken

Bei stark verschmutzten oder leicht verkratzten Autos rentiere sich laut Maas oftmals eine professionelle Aufbereitung oder Smart Repair. Dabei werden kleine Kratzer, Beulen oder Dellen vom Profi sanft entfernt. Die Arbeiten kosten, je nach Aufwand, einige wenige hundert Euro – ein Betrag, der sich durch einen höheren Verkaufspreis wieder reinholen lässt.

4. Authentizität

Lindlahr sieht eine Schwierigkeit darin, das zu verkaufende Auto schön darzustellen und gleichzeitig keine Mängel zu verdecken. „Das Ergebnis sollte sein, dass der potenzielle Käufer gleich begeistert ist, ohne dass der Verkäufer sichtbare Macken verschweigt“, sagt Lindlahr. Authentizität ist bei Bildern wichtig.

5. Licht

Lindlahr empfiehlt, das Auto bei viel Licht zu fotografieren, auf Blitz und Gegenlicht aber besser zu verzichten. Denn oft spiegelt sich das Kunstlicht etwa in der Scheibe oder den Scheinwerfern.

Idealerweise kommt das Licht von vorne oder von oben, allerdings nicht während der gleißenden Mittagssonne. „Schöne Fotos entstehen entweder bei sehr diffusem Licht“, sagt Lindlahr. Oder bei einem künstlichen Licht – etwa eine nachts hell erleuchtete Tankstelle. Hobbyfotografen sollten darauf achten, dass sich möglichst wenig im Lack spiegelt. Reflexionen von Wolken, Ästen, Blättern und Straßenlaternen wirken auf dem Lack störend, erklärt Lindlahr.

6. Hintergrund

Ideal für die Fotosession sind neutrale und große Plätze, etwa vor einem Supermarkt, Baumarkt oder Möbelhaus, zählt der Auto-Fotograf auf. Der gleichmäßige Hintergrund lenke nicht vom Auto ab. Auf dem Bild sollten laut Lindlahr keine weiteren Fahrzeuge, Personen oder Gebäude zu sehen sein. Nach Ladenschluss oder am Wochenende sind solche Plätze meist leer.

7. Auswahl

Wichtig sei es, hinterher die richtige Auswahl zu treffen. „Ein schönes Foto, das dem Verkäufer selbst gefällt, ist besser als zehn schlechte“, sagt Lindlahr. Nach einem geglückten Verkauf kann es vielleicht auch als Andenken dienen und dem Verkäufer über den Trennungsschmerz hinweg helfen.