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Windows 7: Kopieren auf Netzlaufwerke dauert zu lang

Windows 7 lässt sich gerne unnötig viel Zeit beim Kopieren auf oder von einem Netzlaufwerk. Versuchen Sie es mit diesem Trick, um die Sache in Zukunft zu beschleunigen.

Lösung: Nutzer von Windows 7 haben es bestimmt schon oft erlebt: Sie möchten Daten kopieren oder verschieben, wobei die Quelle oder das Ziel ein Netzlaufwerk darstellt. Doch der Vorgang dauert eine gefühlte Ewigkeit. Selbst bei kleinen Dateien kriecht der Ladebalken nur langsam Richtung 100 Prozent. Oft kommt es auch vor, dass der Kopiervorgang mit der Meldung «Berechnung der Zeit» stehenbleibt und gar nicht erst mit dem Verschieben oder Kopieren der Dateien startet. Scheinbar überträgt das System auch Daten von oder zu den Netzlaufwerken, doch ein Abschluss liegt in weiter Ferne.

Eine Ursache könnte die automatische Optimierung des Netzwerk-Traffics sein, die entweder nicht vom Host respektive Client unterstützt wird, oder die Optimierung läuft aus anderen Gründen unrund. Normalerweise sollte das Protokoll automatisch die schnellstmögliche Datenübertragung zwischen dem PC und dem Netzlaufwerk aushandeln. Deaktivieren Sie diese Option – das führt in aller Regel zu einer Temposteigerung.

So beschleunigen Sie den Kopiervorgang: Klicken Sie auf den Startmenü-Knopf und tippen Sie cmd ein. Damit die nun gefundene Eingabeaufforderung mit Administratorrechten startet, klicken Sie entweder mit rechts drauf und wählen Als Administrator ausführen oder Sie drücken anstelle von Enter die Tastenkombination Ctrl+Shift+Enter.

In die Konsole tippen Sie nun exakt folgendes ein und bestätigen abschliessend mit Enternetsh interface tcp show global

Darauf zeigt Ihnen das Fenster die aktuellen TCP-Parameter an. Dort finden Sie auch den aktuellen Zustand des «Autom. Abstimmungsgrad Empfangsfenster». Dieser Eintrag steht standardmässig auf «normal». Um den automatischen Abstimmungsgrad zu deaktivieren, tippen Sie folgenden Befehl ein und drücken Enter:

netsh int tcp set global autotuninglevel=disable

Prüfen Sie, ob das System das Protokoll wirklich deaktiviert hat. Sie könnten hierfür den erstgenannten Befehl nochmals eintippen; müssen Sie aber nicht, siehe den nachfolgenden «Zwischentipp».

Zwischentipp: Nutzen Sie bei Konsolenbefehlen den Windows-eigenen Befehlsspeicher. Die Eingabeaufforderung legt alle in der aktuellen Sitzung eingegebenen Befehle in einer Art Zwischenspeicher ab. Auf den greifen Sie ganz einfach per Pfeil-Aufwärtstaste zu. Im erwähnten Beispiel benötigen Sie den zweitletzten Befehl nochmals. Hierzu reicht es also, zweimal die Pfeil-Rauf-Tastezu drücken, schon steht der Befehl da. Jetzt nur noch Enter drücken.

Sollte das Problem mit dem Kopieren wider Erwarten nicht behoben sein, stellen Sie die Einstellung wieder zurück. Der folgende Befehl macht das Ganze rückgängig: netsh int tcp set global autotuninglevel=normal.

Papierkorb für NAS- und Netzlaufwerke einrichten

Versehentlich eine Datei gelöscht? Eigentlich kein Problem. Denn wozu gibt es den Papierkorb, aus dem sich versehentlich gelöschte Dateien wieder herausfischen lassen. Der Papierkorb-Trick funktioniert aber nur, wenn die Datei von der lokalen Festplatte entfernt wurde. Bei Netzlaufwerken klappt es nicht; hier sind einmal gelöschte Dateien wirklich erstmal weg und lassen sich nur mit Undelete-Tools wie Recuva wiederherstellen. Es geht auch anders. Wer auch bei Netzlaufwerken den Papierkorb-Komfort wünscht, kann die Netzwerkversion des digitalen Mülleimers nachrüsten.

Papierkorb im lokalen Netzwerk einrichten

Wenn Sie zum Beispiel auf dem NAS-Netzwerkspeicher eine Datei löschen, erscheint zuvor zwar eine Warnmeldung; wird diese bestätigt, ist die Datei unwiderruflich verloren. Damit das nicht passiert, können Sie mit folgenden Schritten den Netzlaufwerk-Papierkorb nachrüsten:

1. Falls noch nicht geschehen, sollten Sie für das Netzlaufwerk einen eigenen Laufwerksbuchstaben einrichten. Wie das geht, steht im Tipp “Netzlaufwerke für dauerhaften Zugriff zuordnen“.

2. Um für das Netzlaufwerk die Papierkorbfunktion zu erhalten, müssen Sie Windows austricksen und den Pfad eines Windows-Systemordners auf das Netzlaufwerk umleiten. Da Windows die Systemordner schützt und automatisch mit einer Papierkorbfunktion ausstattet, erhält damit auch das Netzlaufwerk einen Papierkorb.

Zum Bearbeiten der Systemordner verwenden Sie am besten das Gratistool “Known Folders Browser“. Hier sehen Sie in der linken Spalte alle Windows-Systemordner. Für den Papierkorb-Trick können Sie alle Ordner verwenden, die in der Spalte “Category” mit “Per-User” gekennzeichnet sind, etwa “My Music”, “My Pictures” oder “Ringtones”.

Wichtig: Da für den Papierkorb-Trick der Pfad eines Systemordners umgeleitet wird, wählen Sie einen Ordner aus, den Sie nicht verwenden. Das ist wichtig, da zukünftig alle Dateien, die Sie in diesem Standardordner ablegen, auf dem Netzlaufwerk landen. Wenn Sie beispielsweise keine Klingeltöne verwenden, “missbrauchen” Sie einfach den Ordner “Ringtones”.

Markieren Sie den gewünschten Ordner (z.B. “Ringtones”), und klicken Sie in der Menüleiste auf “Change Path”.

3. Im nächsten Fenster wählen Sie den Laufwerksbuchstaben des Netzlaufwerk aus und bestätigen mit OK.

4. Damit haben Sie das Netzlaufwerk mit einer Papierkorbfunktion ausgestattet. Allerdings nur für den aktuellen Windows-Nutzer. Soll der Papierkorb auch für andere Windows-Konten gelten, müssen Sie die Schritte für alle Windows-Nutzer wiederholen.

NAS-Papierkorb verwenden

Um zu prüfen, ob der Netz-Papierkorb richtig eingerichtet wurde, klicken Sie auf dem Desktop mit derrechten Maustaste auf den Papierkorb und wählen den Befehl “Eigenschaften”. In der Spalte “Papierkorbpfad” sollte auch das Netzlaufwerk auftauchen.

Sobald Sie jetzt von diesem Netzlaufwerk eine Datei löschen, ist sie nicht unwiderbringlich verloren, sondern landet im Windows-Papierkorb und lässt sich von dort wiederherstellen.

Netzwerk-Papierkorb wieder entfernen

Falls Sie den NAS-Papierkorb nicht mehr benötigen, können Sie ihn mithilfe des Gratistools “Knwon Folders Browser” wieder entfernen. Dazu markieren Sie den im obigen Schritt ausgewählten Systemordner (der jetzt als Papierkorb dient) und klicken auf “Change Path”. Anschließend wählen Sie den ursprünglichen Standardpfad aus – für “Ringtones” zum Beispiel “C:\Benutzer\<Benutzername>\AppData\Local\Microsoft\Windows\Ringtones\”. Eine Übersicht über die Pfade der Windows-Systemordner finden Sie auf der Seite ss64.com/nt/syntax-folders.html.